5 Tipps für weniger Stress bei der Neuorientierung

Ich oute mich: mir hat die Jobsuche fast immer Spaß gemacht. Das liegt aber an meinen ganz persönlichen Umständen, denn zum einen musste ich mich nie aus der Arbeitslosigkeit bewerben und hatte deshalb auch nicht den existenziellen Druck, den andere bei der Neuorientierung oder Jobsuche spüren. Zum anderen war es für mich als Personalerin immer extrem spannend, mir anzuschauen, welche Jobs es eigentlich so gibt und wie andere Firmen beim Recruiting vorgehen. Meine fachliche Neugierde hat sozusagen die eigene Betroffenheit in den Hintergrund gerückt.

Ich weiß, dass ich damit eher eine Ausnahme bin. Für sehr viele Menschen ist die Suche nach einem neuen Job schlicht unangenehm, zeit- und energieraubend und oft leider auch total frustrierend. Ein notwendiges Übel. Wenn man dann noch unsicher ist, auf welche Jobs man sich überhaupt bewerben will oder sollte, dann wird es noch schlimmer und der Stressfaktor steigt.

Stress ist nicht gleich Stress

Die Forschung unterscheidet guten Stress (Eustress) von schlechtem Stress (Distress). “Eustress” gehört zur Existenz zwingend dazu, Menschen suchen förmlich danach (z.B. in der Achterbahn). Der negative “Distress” dagegen sollte vermieden werden. Er entsteht immer dann, wenn eine Aufgabe oder Situation für ein Individuum nicht beherrschbar scheint. Das ist auch der Grund, warum jeder Mensch ein und dieselbe Situation als unterschiedlich belastend empfindet.

Manche Menschen sind in bestimmten Situationen extrem stressresistent, weil sie in ähnlichen Situationen schon gute Erfahrungen gemacht haben und die Situation deshalb als beherrschbar einstufen. Andere empfinden die gleiche Situation als extrem negativ stressig, sind aber in anderen Situationen vergleichsweise belastbar, weil sie über ausreichend Fähigkeiten verfügen, solche Situationen zu beherrschen.

Zurück zum Thema Jobsuche: wie gelingt es dir, diese unvermeidliche Situation als weniger (negativ) stressig zu empfinden? Der Trick ist, die empfundene Beherrschbarkeit der Situation zu erhöhen. Das gelingt dir mit folgenden Tipps:

5 Tricks, um die Situation beherrschbarer (=weniger stressig) zu machen:

1. “X Stunden Jobsuche pro Woche” anstatt “eigentlich müsste ich mich da ständig drum kümmern”

Unklare Zeitanforderungen machen eine Aufgabe gefühlt unbeherrschbar. Du willst “genug” Zeit in deine berufliche Neuorientierung stecken, aber was bedeutet das? Eine Stunde pro Woche? Oder eine Stunde pro Tag? Egal, wie viel zu machst: es wird sich nie nach “genug” anfühlen.

Deshalb rate ich dir, die Jobsuche als ein ganz normales To-do in deine Woche zu integrieren. So wie du z.B. jede Woche eine Stunde Sport machst, suchst du nun jede Woche X Stunden nach deinem Traumjob. Wie groß dein “X” ist, hängt davon ab, wie deine Situation ist. Bist du arbeitslos und hast vormittags kinderfrei? Dann sind vielleicht zwei Stunden pro Tag realistisch. Bist du im Job, aber unzufrieden und möchtest auf Dauer etwas ändern? Dann sind vielleicht eher 1-2 Stunden pro Woche drin. So oder so: eine feste zeitliche Begrenzung macht die Aufgabe “Neuorientierung” gleich viel beherrschbarer und damit weniger stressig.

2. Wissen aneignen & Fähigkeiten erweitern

Dieser Punkt ist widersprüchlich. Einerseits ist es nämlich so, dass Wissen über ein Thema oder eine Aufgabe die gefühlte Beherrschbarkeit steigert. Andererseits kann zu viel Wissen auch bedeuten, dass man sich in Details verrennt, den Überblick verliert und noch weniger weiß, wo man anfangen soll. Beim Aneignen von Wissen gibt es also auch ein “Zuviel”.

Wichtig ist, sich nicht nur theoretisch mit den Dingen zu beschäftigen, sondern auch irgendwann ins Handeln zu kommen. Also nicht nur Wissen aufzubauen, sondern auch Fähigkeiten. Denn nur das Tun wird dir wirklich das Selbstvertrauen geben, dass du der Aufgabe gewachsen bist und sie erfolgreich meistern wirst.

Also: nicht zu viele Ratgeber oberflächlich durchlesen, sondern einen einzigen wirklich intensiv durcharbeiten. Du wirst sehen, dass du dadurch viel Sicherheit gewinnst, die dann in der Folge deinen Stress reduziert.

3. Unterstützer*innen suchen

Wenn dir eine Aufgabe unbeherrschbar erscheint, lass dir helfen. Denn für andere Menschen kann die gleiche Aufgabe leicht sein und mit ihrer Hilfe kann es auch für dich deutlich leichter werden. Such dir also Menschen, die sich mit dem Thema auskennen oder deren Fähigkeiten dir bei der Bewältigung deiner Aufgabe helfen können.

Wenn du beispielsweise sehr unsicher bei deinen Bewerbungen bist, kann ein*e Korrekturleser*in schon viel Sicherheit geben. Oder du suchst dir jemanden, der bisher sehr erfolgreich bei Bewerbungsgesprächen war und übst mit dieser Person. Oder – wenn du noch gar nicht weißt, was du beruflich machen willst – du suchst dir jemanden, der kreativ und offen ist und dir hilft, neue Ideen zu entwickeln.

4. Aufgabe in Teilschritte zerlegen

Die Aufgabe, aus dem Stand und ohne Vorbereitung einen Traumjob zu finden und darin erfolgreich zu sein, ist ziemlich schwierig. Besser beherrschbar (und damit weniger Negativ-Stress-Auslösend) sind kleinere Teilaufgaben. Du solltest also zum Beispiel erst einmal deine Wünsche an deinen künftigen Job analysieren, dann deine Fähigkeiten kennenlernen, dann mögliche Jobs recherchieren usw.

Immer einen Schritt nach dem nächsten. Damit steigerst du wieder die Beherrschbarkeit der Aufgabe, denn die einzelnen Schritte sind gar nicht so schwierig. Nur der Versuch, ohne Zwischenschritte sofort das Ziel zu erreichen, löst verständlicherweise großen Stress aus. Die möglichen ersten Schritte bei der Traumjob-Suche habe ich in einem Workbook zusammengestellt, das du dir hier kostenlos herunterladen kannst.

5. Gute Erfahrungen aktivieren

Oben habe ich schon geschrieben, dass man eine Situation als beherrschbarer einstuft, wenn man in ähnlichen Situationen schon mal erfolgreich war. Leider neigen die meisten Menschen dazu, sich eher negative Erlebnisse zu merken, als positive. Wenn du dir aber klar machst, wo du in vergleichbaren Momenten schon mal erfolgreich warst, wirst du weniger Angst vor der aktuellen Lage haben. Hast du schon mal einen Job gefunden? Oder einen Ausbildungsplatz? Gab es irgendwann schon mal eine positive Rückmeldung zu deiner Bewerbung? Hast du schon einmal einen Job gerne gemacht? Eine gute Entscheidung getroffen? Das alles sind Beweise dafür, dass du es kannst!

Erinnere dich bewusst an die größten Erfolge in der Vergangenheit, die zu deiner aktuellen Herausforderung passen. Und dann nimm dir jedes Mal, wenn du deine aktuelle Aufgabe angehst, erst einmal ein paar Momente Zeit, und erinnere dich an den alten Erfolg und das gute Gefühl, das du damals hattest. Du wirst merken, dass du viel zuversichtlicher an die Arbeit gehen wirst, deine Aufgabe zu meistern.

Gibt dem Distress keine Chance!

Mit diesen einfachen Tricks ist es möglich, aus der nervigen Aufgabe “Jobsuche” eine positiv prickelnde und angenehm stressige Herausforderung zu machen. Ich finde es auch immer hilfreich, das Ganze wie ein Spiel zu betrachten. Vielleicht verlierst du mal eine Runde, aber vielleicht gewinnst du dafür beim nächsten Versuch den Jackpot. Nur wenn du aufhörst zu spielen, hast du definitiv verloren.

Es geht aber um deine Existenz, und deshalb kannst du das nicht als Spiel sehen? Das kann ich gut verstehen, aber was nützt es dir, mit Verzweiflung und Mutlosigkeit in den Prozess der Jobsuche zu gehen? Du kannst nun einmal nicht alles beeinflussen, was dir dabei passiert. Das Leben ist unberechenbar, wie uns ja gerade im Moment eindrucksvoll bewiesen wird. Da brauchst du wahrlich nicht noch mehr negativen Stress, oder? Also: versuch es einfach mal. Du wirst überrascht sein, wie viel Spaß das Spiel “Berufliche Neuorientierung” machen kann, wenn man die Spielregeln kennt und tolle Spielpartner*innen hat!

PS: wenn du wissen möchtest, wie du konkret vorgehen kannst, um deinen Traumjob zu finden, dann komm doch ins “Traumjob-Webinar” am 12. April 2021. In diesem Live-Webinar zeige ich dir Schritt für Schritt, welche Schritte notwendig sind, um dein berufliches Glück zu finden. Hier findest du alle Infos zum Webinar.

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