7 Tipps, um die Angst vor dem beruflichen Neustart zu überwinden

Menschen wagen den beruflichen Neustart aus den unterschiedlichsten Gründen nicht. Nach meiner Erfahrung haben aber alle eines gemeinsam: Angst. Angst ist ein starkes Gefühl und es hat natürlich – wie alle Gefühle – auch ihre Berechtigung. Viel zu oft aber hält uns die Angst in einer Situation gefangen, die uns nicht gut tut. Und dann lohnt es sich, sie doch einmal genauer anzuschauen und vielleicht sogar ein wenig auszutricksen.

Ist Angst auch dein Grund, nichts zu verändern?

Wichtig ist aber zunächst, dass du dich erst einmal fragst, ob auch bei dir Angst ein Grund ist, warum du noch nicht in deinem Traumberuf arbeitest. Vielleicht hast du Angst davor, dass ein anderer Beruf dich auch nicht glücklich machen würde. Oder dass du nicht gut darin wärst. Oder dass du finanziell schlechter da stehen könntest als jetzt. Vielleicht sind deine Ängste auch ganz andere.

Wenn du feststellst, dass du Angst hast, bist du in guter Gesellschaft. Fast alle Menschen haben Angst vor neuen Dingen, mir ging es auch nicht nicht anders, als ich beruflich neu gestartet bin. Und manchmal habe ich auch heute noch Angst vor der Zukunft und der vermeintlichen Unsicherheit als Selbstständige.

7 Tipps zum Umgang mit der Angst

Wie kannst du nun mit der Angst umgehen? Ich schreibe bewusst „mit der Angst umgehen“ und nicht „die Angst auflösen“, denn oft geht die Angst nicht komplett weg, egal was man tut. Man kann aber lernen, die eigenen Wünsche TROTZ der Angst umzusetzen. Damit dir das auch gelingt, habe ich folgende Tipps für dich:

  1. Tipp: Kenne dein „Warum“! Klingt einfach, ist es aber meistens nicht. Es ist aber extrem wichtig, dass du genau weißt, warum du eigentlich etwas Neues machen willst. Hast du einen Traum? Eine Mission, die du in die Welt tragen möchtest? Willst du finanziell endlich unabhängiger werden? Wenn ja, warum eigentlich? Stell dir diese Frage wirklich gründlich und immer wieder. Denn wenn du deine ganz persönliche, individuelle Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ kennst, weißt du jederzeit, warum es sich lohnt, sich der Angst zu stellen und sie zu überwinden.
  2. Tipp: Starte langsam! Du musst nicht sofort alles hinschmeißen und dein Leben komplett auf links drehen. Du darfst langsam anfangen und dich nach und nach ans neue Leben herantasten. Vielleicht (so wie ich) mit einer Weiterbildung und anschließend zunächst nebenberuflichen Selbstständigkeit. Vielleicht mit einem Ehrenamt oder Nebenjob im Wunsch-Beruf. Vielleicht mit einem guten Buch zum Thema. Mit jedem kleinen Schritt sammelst du Erfahrung und Selbstvertrauen und so wird deine Angst nach und nach kleiner.
  3. Tipp: Schaffe dir Sicherheitsnetze! Ich habe während der Elternzeit gegründet und erst als ich gemerkt habe, dass es gut läuft, mein Arbeitsverhältnis beendet. Es hat mir viel Angst genommen, dieses Sicherheitsnetz noch zu haben, auch wenn ich in den Job gar nicht zurück wollte. Vielleicht hast du auch noch Rest-Elternzeiten, die du nehmen kannst, um etwas Neues auszuprobieren? Oder kannst zunächst deine Stunden reduzieren? Deine Angst will dich vor Gefahren schützen und wenn du Sicherheiten einbaust, wirst du automatisch mutiger auf deinem Weg voran gehen.
  4. Tipp: Such dir Unterstützer! Ich kenne das Gedankenkarussell nur zu gut, dass manchmal anspringt, wenn man allein auf einem (vermeintlichen) Problem herum grübelt. Kaum spricht man mit jemand anders, sieht man plötzlich viel klarer. Die Einschätzung eines anderen Menschen, der dich in deinen. Plänen bestärkt und gemeinsam mit dir darauf achtet, dass alles gut klappt, kann sehr viel Angst nehmen. Oft ist schon die Bestätigung der eigenen Sichtweise super hilfreich, um Unsicherheit zu nehmen. Deshalb: umgib dich mit Menschen, die an dich glauben und dich bei deinem Plan unterstützen. Entweder können das Freunde oder jemand aus deiner Familie sein, gleichgesinnte Menschen in sozialen Netzwerken oder auch ein Coach.
  5. Tipp: Überliste dich selbst! Ich habe hier schon einmal über den „Sunk-Cost-Effekt“ geschrieben. Der besagt, dass man Dinge schlecht aufgeben kann, wenn man bereits viel in sie investiert hat. Nutze diesen Effekt für dich aus, indem du in deine neue berufliche Idee Zeit und/oder Geld investierst. Dann wird es dir schwerer fallen, einfach wieder aufzugeben, schließlich wäre die Investition dann umsonst gewesen. So gelingt es dir, die Angst zu überlisten.
  6. Tipp: Kalkuliere dein Risiko neu! Meistens haben wir Menschen hauptsächlich vor neuen Dingen Angst. Wir vergessen aber total, das Risiko des Nichtstuns ebenfalls zu kalkulieren. Überleg dir mal, was passiert, wenn du dauerhaft nichts änderst und weiterhin in einem Beruf bleibst, der dir nicht gefällt. Vielleicht riskierst du, krank zu werden. Vielleicht riskierst du, noch 20 Jahre jeden Morgen ungern zur Arbeit zu gehen. Vielleicht riskierst du, dich mit 80 Jahren fragen zu müssen, warum du nie versucht hast, deinen Traum umzusetzen. Bekommst du bei diesen Gedanken nicht auch Angst? Eben. Dagegen sieht die Angst vor dem Neuanfang gleich weniger schlimm aus.
  7. Tipp: Frage dich, was wäre, wenn es klappt! Frag dich, wie dein Leben aussehen würde, wenn du in deinem Traumberuf arbeiten würdest. Und darin richtig gut und erfolgreich wärst. Es gibt die realistische Chance, dass das klappt! Aber natürlich nur, wenn du dich traust, etwas zu verändern. Macht es dir nicht Angst, dass du diese Chance vielleicht verpasst? Und gibt dir das nicht mehr Mut, den Neuanfang zu wagen?

Ich muss mich selbst immer wieder an alle diese Punkte erinnern. Denn ich habe wie gesagt auch immer wieder Angst. Aber ich möchte der Angst nicht einfach nachgeben.

Folgst du der Angst oder der Liebe?

Ich habe einmal gelesen, dass Menschen Entscheidungen immer aus einem der zwei folgenden Gründe treffen: Aus Liebe oder aus Angst. Ich denke oft an diesen Satz und glaube inzwischen wirklich, dass da was dran ist und sich die meisten Entscheidungen auf diese beiden Möglichkeiten reduzieren lassen. Wenn das so ist, möchte ich mich nicht von der Angst leiten lassen, sondern von der Liebe. Der Liebe zu dem, was ich tue. Der Liebe zu den Menschen um mich herum. Der Liebe zu mir selbst und meiner Familie. Der Liebe zum Lernen.

Und letztlich ist es doch so: man bereut fast nie das, was man getan und versucht hat. Selbst wenn man scheitert. Das wahre Drama ist für die meisten Menschen, wenn sie etwas NICHT getan haben, was sie eigentlich tun wollten.

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