Familienfreundliche Jobs finden

Die Stellenbörsen sind voll mit Anzeigen von angeblich familienfreundlichen Arbeitgebern. Da wird versprochen, dass auf die Work-Life-Balance geachtet wird und flexible Arbeitszeiten oder sogar Homeoffice möglich sind. Klingt doch super, oder? Leider stellt sich in einem Bewerbungsverfahren dann häufig doch heraus, dass man das alles nicht ganz so gemeint hat und eigentlich jemanden für eine 40-Stunden-Woche sucht. Jemanden, der unbezahlte Überstunden ok findet und natürlich auch keine Gleitzeitregelung in Anspruch nehmen will. Da kann man sich als Bewerberin im Nachhinein schon mal ärgern, dass man die eigene Zeit für dieses Bewerbungsverfahren verschwendet hat.

Deshalb möchte ich dir hier einige Tipps geben, wie du herausfinden kannst, ob der Job zu dir und deiner Lebenssituation passen könnte, noch bevor du dir die Mühe machst, dich zu bewerben.

  1. Die Stellenanzeige: natürlich ist die Anzeige der erste Anlaufpunkt zur angebotenen Stelle. Steht dort etwas von Gleitzeit, Homeoffice und guter Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ist das zumindest ein erster Pluspunkt. Ist ein flexibler oder reisebereiter Mitarbeiter gesucht, sind das eher Hinweise auf schwierige Vereinbarkeit (je nach der eigenen Situation natürlich).
  2. Bewertungsportale: guck doch einmal bei kununu oder anderen Bewertungsportalen, was Mitarbeiter zum Thema Vereinbarkeit dort schreiben. Achte darauf, ob der Bewertende noch bei der Firma arbeitet oder ein ehemaliger Mitarbeiter ist. Letztere bewerten natürlich tendenziell negativer, ebenso wie abgelehnte Bewerber. Wenn aber mehrere Leute ähnliche Punkte kritisieren, kann das ein Hinweis auf Probleme in der Firma sein.
  3. Internet-Auftritt: oft kann man anhand der Homepage ein Gefühl für die Firmenphilosophie bekommen. Geht es dort nur um Produkte und den Kunden oder gibt es auch Wertschätzung für die Mitarbeiter? Achte ruhig auch mal auf den Anteil an Frauen auf Fotos, in Artikeln oder auch als Ansprechpartnerinnen in den Stellenanzeigen und auf die Positionen, die diese Frauen haben. Gibt es weibliche Chefs? Dann stehen die Chancen für eine familienfreundliche und offene Kultur besser, als wenn ausschließlich Männer das Sagen haben.
  4. Ein Anruf: ich würde im Zweifel nach einer Vorrecherche immer in der Firma anrufen und fragen, wie die in der Stellenanzeige genannten Begriffe in der Praxis mit Leben gefüllt werden. Wenn es bei kununu negative Bewertungen gab, kann man auch ruhig mal nachfragen, ob da etwas dran ist oder nicht. Oftmals bekommt man erstaunlich ehrliche Antworten und kann danach besser entscheiden, ob man sich bewerben will oder nicht. Wenn du Angst hast, dass dein Anruf sich negativ auf deine Bewerbung auswirkt, lass eine Freundin für dich anrufen und dir anschließend ihre Eindrücke schildern.

Abschließend möchte ich dir noch einen Hinweis zum Aufwand mit auf den Weg geben: natürlich ist diese Vorrecherche unter Umständen zeitaufwändig. Aber ich würde dennoch eher diese Zeit investieren und mich dann bei wenigen Firmen bewerben, als viele Bewerbungen zu verschicken, die ohnehin zum Scheitern verurteilt sind. Und eine Vorrecherche sollte sowieso stattfinden, um die eigene Bewerbung auf die jeweilige Firma zu optimieren. Mit guter Vorbereitung schlägst du also mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Diesen Artikel teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on linkedin
LinkedIn

Ähnliche Beiträge: