Hilfe: ich weiß nicht, was ich will!

Geht es dir auch so? Viele Menschen wissen sehr genau, was sie alles nicht wollen. Gerade auch im Job: nichts körperlich Anstrengendes, kein Schichtbetrieb, nicht mehr das, was sie bisher gemacht haben oder keine Schreibtischaufgaben. Aber was wollen sie stattdessen?

Für einige gibt es eigentlich gar keinen reizvollen Job. Arbeit ist ein notwendiges Übel und muss halt bis zur Rente durchgehalten werden, damit man seine Miete zahlen muss. Wieder andere sprühen nur so für Einfällen, was sie alles gerne machen würden. Sie können sich für fast alles begeistern, sich dann aber nicht entscheiden, welchen Weg sie tatsächlich einschlagen sollen. Am Ende entscheiden sie oft gar nichts und sind weiter unglücklich im Job.

Wie kannst du nun vorgehen, wenn du auch nicht weißt, was du willst?

  1. Im Coaching ist es mir wichtig, erst einmal zu trennen, welche Aspekte im bisherigen Job positiv oder negativ erlebt werden. Kein Job ist ausschließlich blöd, irgendwas Gutes gibt es immer. Vielleicht sind es nur die netten Kollegen oder der leckere Kaffee, vielleicht gibt es auch einzelne Aufgaben, die Spaß machen. Schreib zunächst alles Positive auf, was dir einfällt.
  2. Im zweiten Schritt schreibst du alles auf, was dich stört und – ganz wichtig! – was du dir stattdessen wünschen würdest. Sind die Arbeitszeiten schwierig für dich? Dann mach dir an dieser Stelle Gedanken, welche Arbeitszeiten dir besser passen würden.
  3. Jetzt schreib alle Ideen auf, was du beruflich machen könntest. Guck dir dazu auch an, welche positiven Aspekte deines bisherigen Jobs unbedingt erhalten bleiben sollen und welche negativen Punkte auf keinen Fall mehr da sein dürfen. Bitte bewerte deine Ideen an dieser Stelle noch nicht, sondern sammle sie tatsächlich erst mal nur. Frag auch Freunde und Familienmitglieder, welche Jobs ihrer Meinung nach zu dir passen würden. Kinder haben hier oft super Ideen! Noch einmal: nicht bewerten, ob die Idee unrealistisch oder unvernünftig oder langweilig ist. Erst einmal geht es nur darum, den Blick zu weiten und alle Möglichkeiten zu sammeln. Denk dran, auch den bisherigen Job als Möglichkeit aufzuschreiben.
  4. Im nächsten Schritt verteilst du Punkte. Jede Option wird mit einer Zahl von 1 bis 10 bewertet, je höher die Punktzahl, desto mehr Lust hast du auf diesen Job. Es geht hier wirklich nur darum, wie viel Lust du drauf hast, nicht wie realistisch die Idee ist! Höre ausschließlich auf dein Gefühl!
  5. Nun sieh dir die am besten bewerteten Optionen an. Gibt es einen klaren Sieger? Oder eine Gruppe gleichermaßen gut bewerteter Jobs? Was haben diese Möglichkeiten gemeinsam? Wo ist die Schnittmenge? Welche ähnlichen Jobs gäbe es noch?
  6. Jetzt erst kommt der Realitätscheck: guck dir die Optionen mit den besten Punkten an und überlege, was nötig wäre, um dieses Ziel zu erreichen. Könntest du das schaffen? Welche Ressourcen brauchst du dafür? Wer könnte dir helfen? Weißt du tatsächlich schon genug, um die Option bewerten zu können? Oder vermutest du ganz viel und solltest erst einmal noch recherchieren, ob deine Annahmen überhaupt stimmen?
  7. Bewerte das Risiko, das du eingehen würdest, wenn du dein Ziel wirklich angehen würdest. An welchem Punkt gäbe es kein Zurück mehr? Könntest du erst einmal Dinge testen, bevor du wirklich mit vollem Risiko einsteigst? Denk auch darüber nach, was du riskierst, wenn du nichts änderst.
  8. Triff eine Entscheidung. Klingt einfach, ist aber das Schwierigste. Ich weiß! Trotzdem führt kein Weg daran vorbei, wenn du nicht weiter auf ein Wunder hoffen willst, das alle deine Probleme im Schlaf beseitigt.

Noch ein Tipp am Rande: manchmal liegt das Glück gar nicht in einem einzigen Job, sondern in der Kombination mehrerer Aufgaben. Vielleicht kannst du deinen alten Job mit reduzierter Stundenzahl weitermachen und dich nebenbei selbstständig machen? Oder kannst du dir einen zusätzlichen Minijob suchen- statt die Arbeitszeit beim bisherigen Arbeitgeber wie geplant aufzustocken? Oder du fragst deinen Arbeitgeber, ob man deine Stelle mit neuen Aufgaben anreichern könnte.

Versuch insgesamt, eine langfristige Perspektive einzunehmen. Vielleicht kannst du jetzt nicht den Job wechseln, weil deine Kinder klein sind und du nicht die Energie für einen Neustart hast. Vielleicht kannst du aber schon mal Kontakte knüpfen, die dir in Richtung deines späteren Traumjobs helfen können. Oder ein Buch zum Thema lesen. Oder eine Weiterbildung recherchieren, die du dann in einem Jahr anfängst, um in drei Jahren deinen Traumjob zu bekommen.

Du wirst sehen: selbst wenn du deine Ziele nicht sofort erreichst, wirst du viel motivierter und gelassener werden, wenn du einen klaren Plan im Kopf hast und weißt, wofür du jeden Tag kämpfst!

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