Unglücklich im Job? Du hast die Wahl!

Egal ob in den Coaching oder im Bekanntenkreis, oft höre ich von den Menschen: “Mein Job macht mir keinen Spaß, aber ich habe keine Wahl. Ich kann nichts an meiner Situation ändern, denn ich kann ja wegen (hier Grund/Ausrede einsetzen) nicht einfach kündigen.”

Klar, einfach kündigen können die wenigsten, schließlich muss die Miete weiter gezahlt werden und auch sonst ist eine vorschnelle Kündigung selten eine gute Idee. Das bedeutet aber nicht, dass du deshalb gar nichts tun kannst. Meistens gibt es viel, viel mehr Möglichkeiten, sein Berufsleben zu erneuern, als nur die Kündigung. Auch wenn diese natürlich auch eine naheliegende Option ist. Ein paar Anregungen, wie du mit oder ohne Kündigung etwas verändern kannst, möchte ich dir jetzt geben. Vielleicht ist da auch was Passendes für deine Situation dabei?

Los geht’s! 12 Vorschläge, wie du deine Job-Situation verbessern kannst:

  1. Du bleibst im bisherigen Job und konzentrierst dich auf das Positive der Situation. Alles bleibt, wie es ist. Konzentriere dich auf alles, was gut an deinem Job ist. Schreib es am besten auf, dann wirkt es besser. Selbst am miesesten Job lässt sich noch was Gutes finden: vielleicht ist es eigentlich ganz schön, sich gemeinsam mit den Kollegen über die unfähigen Chefs und die zu große Arbeitsmenge aufzuregen. Oder das pünktliche Gehalt gibt dir Sicherheit. Oder du musst nichts Neues lernen. Oder, oder, oder…
  2. Du kannst eine neue Ausbildung/ein weiters Studium machen. Puh, das klingt anstrengend, oder? Trotzdem: Oft ist das eine tolle Möglichkeit, das Berufsleben neu zu justieren. Und viele Menschen (ich auch!) lieben es, Neues dazu zu lernen. Aber es gibt natürlich auch weit weniger aufwändige Methoden, falls dir das zu viel Arbeit ist.
  3. Du kannst in deinem Berufsfeld bleiben und dir einfach einen neuen Arbeitgeber suchen. Vielleicht ändert sich dadurch nicht alles, was dich stört, aber einige Punkte kannst du bestimmt verhandeln, die dir wichtig sind.
  4. Es gibt keine anderen Arbeitgeber in deiner Branche in der Region? Dann versuch doch mal, bei deinem jetzigen Arbeitgeber mit einer internen Bewerbung den Job zu wechseln. Das klappt viel häufiger, als du vielleicht denkst. Denn der Arbeitgeber hat in der Regel kein Interesse an unzufriedenen Mitarbeitern.
  5. Ein interner Wechsel ist ausgeschlossen? Wie wäre es dann, wenn du versuchst, in deinem jetzigen Job für bessere Bedingungen zu kämpfen? Vielleicht gibt es einen Betriebsrat, der dich unterstützen kann? Ansonsten gründe doch einfach selbst einen! Ja, das erfordert Mut, aber das Arbeitsrecht ist auf deiner Seite und vielleicht kannst du so nicht nur für dich, sondern auch für alle anderen Kolleginnen und Kollegen die Situation am Arbeitsplatz verbessern.
  6. Wenn das nichts bringt, kannst du versuchen, dein Privatleben so zu organisieren, dass es die Defizite deines Jobs ein wenig ausgleicht. Wenn deine Arbeitszeiten dich stressen, weil du immer erst kurz vor Kita-Schluss Feierabend hast (und sich das nicht ändern lässt), kann eine Babysitterin dir vielleicht Entlastung bieten, wenn sie zwei Mal in der Woche deine Kinder abholt und eine halbe Stunde betreut. Vielleicht fehlt dir auch der Umgang mit Menschen im Job? Da kann möglicherweise ein Ehrenamt Abhilfe schaffen bzw. das Defizit ein wenig ausgleichen.
  7. Dein Arbeitgeber ist gar nicht so schlecht, aber du kannst deine Träume dort nicht erfüllen? Dann kannst du darüber nachdenken, dich nebenbei selbstständig zu machen im Wunschberuf. Das geht auch mit wenigen Stunden pro Woche und ohne großes Eigenkapital. Dafür musst du möglicherweise kreativer werden als Menschen, die vom Start weg viel Zeit und/oder Geld investieren können. Dafür hast du kaum Risiko.
  8. Du bist in deinem Job unterfordert? Wie wäre es mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung? Die gibt es oft auch in günstig (z.B. bei der VHS, online oder bei Frauen-Bildung-Einrichtungen). Das ändert nicht direkt was an deinem Job, sorgt aber dafür, dass du geistig mal wieder gefordert wirst.
  9. Eine Weiterbildung kannst du natürlich auch in Vollzeit machen. Entweder, weil du gerade keinen Job hast oder indem du z.B. Urlaub oder Bildungsurlaub dafür nutzt. Weiterbildungen müssen nichts mit dem aktuellen Job zu tun haben, manchmal bringt das Erweitern des Horizonts viel mehr, als noch mehr Fachwissen. Also: was wolltest du schon immer mal lernen?
  10. Für die Mutigen: kündigen und sich Vollzeit selbstständig machen. Das ist auf jeden Fall ein Abenteuer und meist viel weniger “gefährlich” (im Sinne von “unsicher”) als man so denkt. Zumal jede Festanstellung auch irgendwie unsicher ist, denn auch da weiß man ja nie, wann die Firma einen vielleicht nicht mehr braucht.
  11. Du willst lieber in Festanstellung bleiben? Du kannst deine Stunden reduzieren und einen zusätzlichen Minijob annehmen. Dafür brauchst du allerdings die Genehmigung deines Arbeitgebers. Dafür hast du dann die Chance, in einem zweiten Job andere Fähigkeiten einzubringen, als im Haupt-Job und dadurch langfristig zufriedener zu werden.
  12. Deine Branche und dein Job nerven dich total, aber viel Neues lernen willst du eigentlich auch nicht? Es gibt auch Jobs, in denen man nur angelernt wird und dann sofort Geld verdient. Meist ist das Gehalt allerdings überschaubar. Auch das stimmt aber nicht immer, zum Beispiel kannst du im Vertrieb/Verkauf oft auch als Quereinsteigern richtig gutes Geld verdienen, wenn du Talent hast.

Wenn nichts davon infrage kommt, bleiben dir noch zwei Möglichkeiten:

Du könntest in deinem Job deine Ansprüche an dich herunterschrauben. In den meisten Jobs stirbt niemand, wenn du statt der üblichen 110% nur 80% gibst. Wenn du im Marketing arbeitest, könntest du zum Beispiel damit zufrieden sein, eine gute Kampagne zu planen. Es muss keine außergewöhnliche sein.

Wenn du ausprobierst, deine eigene Leistung zu reduzieren, sei darauf gefasst, dass es niemand bemerkt. Das kann frustrierend sein, denn wofür hast du dir dann jahrelang so viel Mühe gegeben? Andererseits kann es erleichternd sein. Denn nicht aller Druck, den wir spüren, kommt wirklich von außen. Manchen Stress machen wir uns auch einfach selbst.

Wenn du in der Pflege oder ähnlichen Berufen arbeitest, geht das natürlich nicht. Es gibt Jobs, da stirbt tatsächlich jemand, wenn du nur 80% gibst. Wenn das bei dir der Fall ist und wirklich keine einzige der oben stehenden Ideen für dich umsetzbar ist, bleibt dir nur eins: Akzeptanz der Situation. Hake es ab! Für dich gibt es gerade keine andere Möglichkeit, als diesen Job zu machen. Hör also auf, darüber nachzudenken. ABER: setz dir einen Termin in deinen Kalender, der dich spätestens in einem Jahr daran erinnert, erneut zu prüfen, ob du wirklich nichts ändern kannst.

Fazit

Ich glaube, fast jeder Mensch kann etwas an seiner Situation ändern. Machmal kommt man nur selbst nicht auf die richtige Idee, dann braucht man Menschen, die von außen auf die Situation gucken und neue Vorschläge bringen. Meine kleine Liste soll genau das bringen: deinen Blick weiten für Möglichkeiten, an die du selbst vielleicht noch nicht gedacht hast.

PS: hab ich was vergessen? Schreib mir an anke@karriereglueck.com, dann ergänze ich die Liste.

Diesen Artikel teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on linkedin
LinkedIn

Ähnliche Beiträge: