Warum deine Selbstzweifel dir im Weg stehen – und wie du sie loswirst

“Ich habe so große Selbstzweifel!”. Das ist einer der häufigsten Sätze in meinen Gesprächen mit Kundinnen. Die Angst vor dem eigenen Versagen ist allgegenwärtig und gerade bei Frauen riesengroß. Ich kenne das Gefühl aus eigener Erfahrung nur zu gut und habe mich deshalb auch schon intensiv damit beschäftigt.

Dabei habe ich zwei Erkenntnisse gewonnen, die ich mit dir teilen will: Erstens, dass Selbstzweifel gar nicht nur negativ sind, sondern auch ihre guten Seiten haben. Und zweitens, dass man den eigenen negativen Gedanken über sich selbst nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern durchaus was dagegen tun kann, wenn sie einen stören.

Fangen wir mal mit “erstens” an: warum sind Selbstzweifel besser als ihr Ruf?

Naja, stell dir doch mal einen Menschen vor, der niemals an sich selbst zweifelt. Woher soll der denn merken, wenn er auf dem Holzweg ist? Wenn er wirklich Fehler macht? Die eigenen Handlungen zu hinterfragen, kann uns wachsen lassen. Wir gucken dann, wie andere die Dinge angehen, um von ihnen zu lernen. Wir üben und verbessern uns jeden Tag, weil wir noch nicht zufrieden mit uns sind.

Jetzt kommt das “ABER”: diese Sorte von Selbstzweifeln bezieht sich auf einzelne Handlungen, nicht auf uns selbst als ganze Person. Wenn du an dir selbst als Mensch zweifelst, also einfach insgesamt unzufrieden und überkritisch mit dir bist, bringt das gar nichts. Im Gegenteil – das bringt dir nur Ärger und Probleme.

Was ist das Problem bei generalisierten Selbstzweifeln?

Wenn du kein Vertrauen in dich selbst hast, stehst du dir ständig im Weg. Überleg doch mal, wie viel Energie du darauf verschwendest, dich selbst zu kritisieren. Oder über jeden einzelnen Schritt in deinem Leben intensiv nachzudenken, damit dir bloß kein Fehler unterläuft?

Gerade bei der Suche nach einem neuen (Traum-)Job stehen dir große Selbstzweifel garantiert im Weg, denn:

  • Sie beschränken deine Möglichkeiten. Du traust dich gar nicht, große Träume zu haben. Denn du glaubst ohnehin nicht, dass ausgerechnet DU sie verwirklichen könntest.
  • Sie beschränken dein Handeln, du bewirbst dich nämlich nicht auf die tollsten Stellen. Denn warum sollte man ausgerechnet DIR den tollen Job geben?
  • Sie sorgen dafür, dass du dich ständig mit negativen Gedanken beschäftigst. Jeder Fehler bringt dein Gedankenkarussell zum Laufen und du denkst wieder und wieder über das negative Ereignis nach. Negative Gedanken verhindern aber Kreativität und Wachstum. Du blockierst also deine Lösungsfindung.
  • Sie beeinflussen deine Wirkung auf andere. Wenn du selbst nicht an dich glaubst, werden es auch andere nicht tun. Denn du strahlst aus, dass du dir selbst nicht vertraust.
  • Sie halten dich klein. Selbstzweifel verhindern, dass wir uns großen Aufgaben stellen. Dass wir etwas wagen, ein Scheitern riskieren, daraus lernen und wachsen.
  • Sie verhindern, dass du in dich und dein Wachstum investierst. Denn du glaubst ja eh nicht daran, dass du dich weiterentwickeln kannst.

Wie du deine Selbstzweifel los wirst

Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich:

Zuerst die Gute: ja, man kann lernen, positiver über sich selbst zu denken und nicht mehr ständig in negativen Gedankenspiralen zu versinken.

Die Schlechte: das geht nicht über Nacht und das geht nicht von allein. Wenn du lernen möchtest, an dich zu glauben, brauchst du den Willen und das Durchhaltevermögen, an deinen Gedanken zu arbeiten. Klingt kompliziert? Ist es nicht. Die einzelnen Schritte sind ganz einfach, der Erfolg kommt dann durch die Wiederholung.

Du brauchst diese drei Schritte:

  1. Du musst erkennen, welche Fähigkeiten und Stärken du hast. Vielleicht weißt du ungefähr, was du gut kannst. Aber du hast wahrscheinlich keinen Überblick über all deine Ressourcen, die dich einzigartig und zu etwas Besonderem machen. Und vermutlich weißt du gar nicht, welche Erfolge du in deinem Leben schon erzielt hast. Wir merken uns nämlich eher die Misserfolge.
  2. Finde heraus, warum du trotz aller deiner Fähigkeiten und Erfolge an dir zweifelst. Für die meisten Menschen reicht es nicht, sich die eigenen Stärken bewusst zu machen. Sie zweifeln trotzdem an sich. Da lohnt es sich, einen Blick in deinen Kopf zu werden: welche Glaubenssätze, Antreiber und Gedanken füttern deine Selbstzweifel? Woher kommen sie und wie kannst du sie loswerden?
  3. Eigne dir gute Gedanken-Gewohnheiten an. Ja, das geht! Man kann lernen, positiv über sich selbst zu denken. Aber das braucht Zeit und gute Routinen, die einen im Alltag immer wieder daran erinnern.

Glaub mir, es lohnt sich!

Ich bin selbst noch nicht da angekommen, wo ich hin will. Ich schätze mal, ich habe ca. 75% des Weges geschafft. Ich schlage mich nur noch selten mit umfassenden Selbstzweifeln herum und ich schaffe es deutlich schneller wieder raus aus den negativen Gedankenschleifen. Und das ist großartig! Ich habe mir früher so sehr selbst im Weg gestanden, weil ich mir selbst einfach nichts zugetraut habe. Und ich wäre heute garantiert nicht dort wie ich bin, wenn ich nicht an meinen Selbstzweifeln gearbeitet hätte und das immer noch tun würde.

Das Lebensgefühl ist ein anderes, wenn du es schaffst, dir selbst wie einer guten Freundin zu begegnen und nicht mehr wie deine größte Kritikerin. Du schaffst dir selbst ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten und wirst – ganz nebenbei – glücklicher und erfolgreicher, als du es dir jetzt vorstellen kannst!

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